Vor allem Jugendliche sollten die zuckrigen Wachmacher aus der Dose mit Vorsicht (am besten: gar nicht) genießen, denn das enthaltene Koffein kann gefährlich werden.

„Energydrinks sind bestenfalls überflüssig“, so lautet ein Fazit der Stiftung Warentest, nachdem sie sich im letzten Jahr die überwiegend bei jüngeren Menschen beliebten Brausegetränke vorgenommen hat. Bei Überkonsum, warnen die Tester, bestehe Gefahr für Leib und Leben.

Wo die Grenze zum Überkonsum beginnt, hat das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) kürzlich auf Basis neuerer Studien präzisiert. Ein gesunder Erwachsener kann demzufolge in kurzer Zeit bis zu 200 Milligramm Koffein zu sich nehmen, ohne Schädigungen des Herz-Kreislauf-Systems befürchten zu müssen. Das entspricht rund zweieinhalb marktüblichen Viertelliter-Dosen. Über den Tag verteilt kann es auch mehr sein.

Bei Kindern und Jugendlichen – der Hauptzielgruppe der Energydrink-Branche – hält das BfR drei Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht als akute Höchstdosis für angemessen. Zwei Dosen der süßen Wachmacher kurz hintereinander sind damit für die viele Kinder und Jugendliche schon zu viel. Gleichwohl zeigte eine BfR-Studie vor einigen Jahren, dass „ein substanzieller Anteil“ der jungen Konsumenten bei Gelegenheit auch schon mal mehr als einen Liter in wenigen Stunden konsumiert.

Mögliche Folgewirkungen zu hoher Koffeinaufnahme
„Extremer Koffeinkonsum kann zu gefährlichen Herzrhythmusstörungen, aber insbesondere in Kombination mit Alkohol und körperlicher Anstrengung auch zu Krampfanfällen, Kreislaufkollaps und Nierenversagen führen. Mehrere Todesfälle wurden bereits damit in Zusammenhang gebracht“, warnt der in Berlin-Wilmersdorf niedergelassene Herzmediziner und Internist Dr. Patrick Darb-Esfahani. In den Notaufnahmen der Krankenhäuser sind Energydrink-Opfer keine Seltenheit. Die meisten kommen mit leichteren Symptomen wie Herzrasen, Übelkeit, Schweißausbrüchen, Magen-Darm-Beschwerden, Angstzuständen oder Wahrnehmungsstörungen davon. Doch dabei muss es nicht bleiben.

Das Koffein ist zudem nicht der einzige problematische Stoff in Energydrinks. Das mythenumrankte Taurin ist zwar nach bisherigem Forschungsstand unbedenklich, nicht aber: Zucker. Unter allen Softdrinks, die ohnehin schon nicht als zuckerarm bekannt sind, enthalten Energydrinks den höchsten Zuckeranteil, im Schnitt mehr als acht Prozent. „Spitzenreiter“ ist das Produkt „Monster Energy Assault“, das in einer 250-Milliliter-Dose umgerechnet fast 14 Stück Würfelzucker unterbringt. Dass der Stoff höchst ungesund ist, hat sich herumgesprochen. Ein Grund mehr, dem eigenen Nachwuchs dringend von Energydrinks abzuraten und auch selbst weitgehend darauf zu verzichten.