Regelmäßige sportliche Betätigung ist aus medizinischer Sicht sehr zu empfehlen. Übertreiben sollte man es jedoch nicht, wie eine Studie an Triathleten kürzlich gezeigt hat.

Die vielfältigen günstigen Effekte regelmäßiger sportlicher Betätigung sind sattsam belegt. Insbesondere Ausdauersport, mit dem der Kreislauf „auf Touren gebracht“ wird, fördert die Herz- und Gefäßgesundheit. Zudem beugt man damit Übergewicht und somit einem erheblichen kardiovaskulären Risikofaktor vor. Das Gleiche gilt für Bluthochdruck. Und nicht zu vergessen: Auch mental wirkt sich Sport positiv aus, hilft bei der Stressverarbeitung und sorgt für Ausgeglichenheit.

Doch Herzmediziner wie Dr. Patrick Darb-Esfahani, der am Rüdesheimer Platz in Berlin-Friedenau praktiziert, warnen zugleich vor zu ehrgeizigen sportlichen Zielen: „Wer dem Organismus mehr Anstrengung zumutet, als dieser bewältigen kann, begeht Raubbau am eigenen Körper. Auf kardiologischem Gebiet drohen dann ernsthafte Schädigungen, beispielsweise Herzmuskelvernarbungen und in der Folge Herzrhythmusstörungen. Daher ist es wichtig, das Trainingspensum auf ein Maß zu begrenzen, das mit dem individuellen Fitness- und Gesundheitsstatus kompatibel ist.“ Der Kardiologe empfiehlt, sich im Zweifelsfall ärztlich beraten zu lassen, um kein unnötiges Risiko einzugehen.

Hamburger Forscher decken Herzschäden auf

Dass Leistungssportler ihrer Herzgesundheit nicht unbedingt einen Gefallen tun, förderten bereits mehrere Studien zutage. So wurde in den Arterien britischer Sportcracks überraschenderweise mehr Plaque entdeckt als in denen von Durchschnittssportlern. Da die Ablagerungen aber stabiler als üblich waren, stellten sie kein erhöhtes Risiko dar. Anders sieht es beim unlängst publizierten Ergebnis einer Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) aus. Ihr zufolge kommt es bei Triathleten auffällig häufig zu myokardialen Fibrosen, also Herzmuskelvernarbungen. Diese können Herzrhythmusstörungen begünstigen und sind damit potenziell lebensbedrohlich.

Konkret wurden die Vernarbungen bei 10 der 54 untersuchten männlichen Triathleten diagnostiziert, was eine Quote von fast 19 Prozent ergibt. In der Gesamtbevölkerung beträgt sie weniger als 4 Prozent. Zum Erstaunen der Forscher wurde bei den 29 Triathletinnen, die an der Studie teilnahmen, kein einziger Fall von myokardialen Fibrosen festgestellt.

Diese Geschlechter-Kluft stellt die Wissenschaftler vor ein Rätsel. Spekuliert wird, dass Testosteron eine Rolle spielen könnte. Denkbar ist aber auch, dass Frauen sich beim Sport tendenziell vernünftiger – in diesem Fall also: maßvoller – verhalten als Männer.